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Stadtbahn fährt zum Pfühlpark...

Kostenbremse beim Streckenbau...

Wo fahren Heilbronner Züge?...

Streit um ÖPNV-Finanzierung...

Heilbronner sauer auf die Bahn...

Hürden für Zabergäubahn...





 INTERVIEW: AVG-Chef Dieter Ludwig zum Stadtbahn-Chaos in der HEILBRONNER STIMME...



26.November 2004: Stadtbahn fährt zum Pfühlpark

Vor fast 50 Jahren, am 31. März 1955, hat die alte "Spatzenschaukel" ihre Abschiedsfahrt zwischen Marktplatz und Trappensee in Heilbronn angetreten. Gestern Abend ging auf eben dieser Strecke die Stadtbahn auf die Schiene. Am Sonntag pendelt die Stadtbahn zwischen Hauptbahnhof und Pfühlpark zum Nulltarif.

Das große Ziel, die Vollendung der Stadtbahnlinie zwischen Karlsruhe und Öhringen, ist seit gestern nicht nur um weitere 1450 Meter näher gerückt, sondern die West-Ost-Achse ist auf dem Gebiet der Stadt Heilbronn fertig gestellt. Es fehlt nur noch der Haltepunkt an der Schlizstraße. Auf der innerstädtischen Strecke muss danach nur noch der Haltepunkt "Hünderstraße" beim Gewerbegebiet Böckingen-West gebaut werden. Das Planfeststellungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss, die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Die Bauzeit der 1,45 Kilometer langen Strecke Harmonie - Pfühlpark einschließlich der drei neuen Haltestellen "Friedensplatz", "Finanzamt" und "Pfühlpark" betrug ein Jahr. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 19,5 Millionen Euro. Davon übernehmen 14,4 Millionen Euro das Land und der Bund, so dass sich der Eigenanteil der Stadtwerke Heilbronn GmbH auf rund 5,1 Millionen Euro beläuft.
"Vom Pfühlpark in fünf Minuten zur Harmonie und in zehn Minuten zum Hauptbahnhof - diese Fahrzeiten sind unschlagbar", strich wenige Minuten vor Beginn der ersten offiziellen Fahrt Helmut Himmelsbach einen gravierenden Stadtbahn-Vorteil heraus. Nicht weniger wichtig sind dem Oberbürgermeister die Aspekte, dass die Stadtbahn Heilbronn in der städtebaulichen Entwicklung voran bringe und mit Blick auf die anvisierte Bundesgartenschau im Jahre 2019 neue Visionen ermögliche.
"Wir wollen so schnell wie möglich nach Öhringen. Da wartet ein großes Fahrgastpotential", zeigte sich hochmotiviert Dr. Dieter Ludwig, Geschäftsführer der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Derzeit hat man in Heilbronn täglich rund 9000 Ein- beziehungsweise Stadtbahn-Aussteiger. Diese Zahl, glaubt Ludwig, könne nahezu verdoppelt werden, wenn die Bahn durch das Weinsberg Tal bis nach Öhringen fährt. Bei optimalem Verlauf soll die erste Fahrt von Heilbronn nach Öhringen am 12. Dezember 2005 stattfinden. Bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember fährt die Stadtbahn Linie S 4 zu den normalen Tarifen von der Harmonie bis zum Pfühlpark um 7.55 Uhr und danach ab 8.44 Uhr jede Stunde. Die letzte Fahrt in die Stadt ist um 19.55 Uhr.
Nach dem 12. Dezember fährt die S 4 zwischen Harmonie und Pfühlpark einen 30-Minuten-Takt, im morgendlichen Berufsverkehr sind zusätzliche Fahrten vorgesehen.

QUELLE: Joachim Friedl, HEILBRONNER STIMME...



22.September 2004: Alle ziehen beim Streckenbau die Kostenbremse

Das Signal zeigt grün: Dem Stadtbahnstart von Heilbronn bis Öhringen Ende 2005 steht nichts mehr im Weg. "Das ist sicher", bekräftigt Siegfried Lorenz von der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG). Positiv wirken sich auch Einsparungen auf der Strecke aus. Um 12,4 Millionen Euro reduzieren sich die Kosten im Vergleich zur Kalkulation im Juli 2003.

In Heilbronn sind die Stadtbahn-Bauarbeiten bis zum Trappensee fast abgeschlossen. Bis zur Weiterfahrt nach Öhringen dauert es noch bis Ende 2005. Zunächst muss noch die Leit- und Sicherungstechnik für 18 Millionen Euro installiert werden.
Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Bonn hatte der Deutschen Bahn kürzlich einen vorzeitigen Bescheid erteilt, um Aufträge für die Leit- und Sicherungstechnik zu vergeben. Gerade noch rechtzeitig, um den Starttermin Ende 2005 halten zu können. Auf rund 18 Millionen Euro beziffert jetzt AVG-Projektleiter Lorenz die Ausgaben für die Technik: Signale, Stellwerk, Weichen, Vorsignale oder beispielsweise Achszählkreise. 12,2 Millionen sind davon stadtbahnbedingt, 6,5 Millionen Euro muss die Bahn übernehmen.
Nach erheblichen Steigerungen in den vergangenen Jahren haben sich Bund, Land, Bahn, AVG, Landkreise und Kommunen auf einige Punkte verständigt, um die Kosten zu senken. "Der Zwang zum Sparen auf der Strecke war sehr groß", erklärt Claus-Jürgen Renelt, Leiter des Kreisplanungsamts im Landratsamt Heilbronn. Allein bei der Streckeninfrastruktur (siehe Tabelle) sanken die Ausgaben um 8,68 Millionen Euro. Jetzt liegt die Bausumme bei 44,5 Millionen Euro.
Vorbote der Stadtbahn: Der Schleifzug fährt derzeit auf den neu verlegten Gleisen in Heilbronn. Der Nahverkehrsexperte Lorenz nennt die wichtigsten Punkte. Allein vier bis fünf Millionen Euro sparen die Stadtbahnbauer ein, weil der Schienenersatzverkehr - Bus statt Bahn - bis Ende 2005 verlängert wurde. Die Bahntrasse bleibt voll gesperrt. Die Vorteile liegen für Lorenz auf der Hand: keine Sicherungsposten, keine Provisorien oder Hilfsbrücken, keine Nacht- und Wochenendarbeiten. "Es war eine logische Entscheidung, wenn man die Kosteneinsparungen sieht", bemerkt dazu Renelt.
Weitere Millionen fallen nach dem Verzicht auf den Gleiswechselbetrieb weg. "Das schmerzt für den laufenden Betrieb", nennt der AVG-Fachmann einen Nachteil. Bei gestörtem Signalbetrieb darf nur ein Fahrzeug auf der Strecke sein: DB Regionalexpress oder Stadtbahn. Das Risiko sei aber tragbar.
Planungsänderungen und konzeptionelle Einschnitte führten zu weiteren Reduzierungen: Am Weinsberger Bahnhof und in Öhringen sind Unterführungen überflüssig. Reisende gehen ebenerdig zu den Gleisen. Ellhofen braucht ebenfalls keine Unterführung. In Eschenau fällt das Wendegleis weg. Ein Gleis und die Abstellhalle werden in Cappel eingespart. Auch bei Haltepunkten macht sich der Rotstift bemerkbar - 2,6 Millionen Euro weniger als vor 13 Monaten. Bei Planung und Gebühren sinkt der Betrag um 1,3 Millionen Euro. Insgesamt reduzieren sich die Investitionen von 88,9 Millionen auf 76,5 Millionen Euro.
Was sparen Kommunen und Kreise? Renelt rechnet es vor: "Ohne Öhringen-Cappel und ohne Park-and-Ride-Plätze verringert sich die Belastung von Heilbronn bis Öhringen für die Kommunen und die Landkreise Heilbronn und Hohenlohe von 18,4 auf 15,8 Millionen Euro." Er ist vom Erfolg der neuen Strecke überzeugt. Als Beispiel führt er die Stadtbahn Eppingen-Heilbronn an: "In DB-Zeiten fuhren 1600 Fahrgäste pro Tag, heute sind es um die 10 000." Die Zukunft für Heilbronn-Öhringen sieht Lorenz noch rosiger. Seine Prognose lautet: 13 000 bis 15 000 Reisende pro Tag.

QUELLE: Joachim Kinzinger, HEILBRONNER STIMME...



28.Juli 2004: MdL Gall: "Wo fahren Heilbronner Züge?"

"Jetzt reicht es auch mir: Die Bahn trödelt, der Landrat schweigt, die Regierung Teufel trickst - der Stadtbahnausbau mutiert zum monatlichen Überraschungsei." Entrüstet zeigt sich der SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Reinhold Gall (Obersulm) über die erneute Verzögerung beim Ausbau der Stadtbahnstrecke Heilbronn - Öhringen, die nun bekannt wurde. So kann der vor vier Wochen zugesagte Start des Zugverkehrs nach den Sommerferien nicht eingehalten werden, zusätzlich muss in Heilbronn ein neues Stellwerk gebaut werden, was weitere zeitliche Unwägbarkeiten mit sich bringen wird. "Die Bahn und unsere Vertragspartner zeigen sich wiederholt als unzuverlässige Partner", bemängelt der Abgeordnete. "Viele Pendler und Schüler haben auf den versprochenen Start nach den Sommerferien gesetzt und werden nun erneut bitter enttäuscht." Scharfe Kritik übt Gall auch an der Informationspolitik von Landrat Czernuska, wie er diesem in einem Brief mitgeteilt hat. "Es kann nicht sein, dass Kreis- und Gemeinderäte der betroffenen Kommunen aus der Zeitung erfahren, dass es erneut zu Verzögerungen kommen wird", kritisiert Gall. "Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, kann es uns gelingen, den nötigen Druck auf die Verfahrens- und Baubeteiligten auszuüben." Ein frühzeitiges Informationsschreiben des Landrats wäre einer vertrauensvollen Zusammenarbeit deutlich zuträglicher gewesen, so der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Als "Skandal" bezeichnet Gall, dass der ursprünglich geplante Fahrtakt nicht realisiert wird. "Das Land hat nicht die erforderlichen 860 000 Bahnkilometer bestellt, sondern nur rund 700 000. Dadurch wird die Taktung erheblich schlechter werden", schimpft Gall. Die Bundesregierung habe ihre Mittel für den ÖPNV um 15 Prozent aufgestockt. Doch anstatt dieses Geld tatsächlich an Busse und Bahnen weiterzugeben, habe das Land die eigenen Zuschüsse auf nahezu Null reduziert, erläutert der Abgeordnete. "Das Land stopft seine Haushaltslöcher auf Kosten der ÖPNV-Benutzer, das ist skandalös", so Gall weiter. Gall fordert, nun auch einmal darüber zu sprechen, wo und zu welchen Konditionen die von den Gemeinden und vom Kreis gekauften Züge unterwegs sind, wer davon profitiert und wie die Kommunen hierfür entschädigt werden.

QUELLE: Pressemitteilung, REINHOLD GALL, MdL...



4.Juni 2004: Streit um ÖPNV-Finanzierung

Für Busse und Straßenbahnen im Land stehen die Signale laut den Grünen derzeit auf Rot. Das Land habe sich fast vollständig aus der Finanzierung des Nahverkehrs zurückgezogen.

Der Landeshaushalt werde auf Kosten des Bundes und zu Gunsten des Straßenbaus saniert, kritisierte gestern in Stuttgart der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Boris Palmer. "Schon im vergangenen Jahr wurde der Nahverkehr mit 45 Millionen Euro zur Ader gelassen, während die Straße ungeschoren davon kam", betonte Palmer. Der aktuelle Haushalt sehe eine weitere Kürzung von 30 Millionen Euro vor.
Verkehrsminister Ulrich Müller (CDU) wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Regionalisierungsmittel ständen "in vollem Umfang für den Nahverkehr und insbesondere zum Betrieb und zum Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs in Baden-Württemberg zur Verfügung".
Nach Angaben Palmers hat das Land zwischen 1998 und 2003 insgesamt 6,064 Milliarden Euro für den Nahverkehr ausgegeben. Dem stehen Einnahmen aus Bundeszuschüssen in Höhe von 4,733 Milliarden Euro entgegen. "Aus eigenen Mitteln hat das Land also gerade einmal 1,331 Milliarden Euro erbracht", rechnete Palmer vor. Nach Abzug der vom Land seit jeher zu zahlenden Beträge zum Beispiel für Schülerfahrkarten in Höhe von 1,324 Milliarden Euro blieben nur noch sieben Millionen Euro übrig. "Das sind gerade einmal ein Promille der Gesamtsumme", meinte der Grüne.
Nach Einschätzung Palmers sind künftig auch viele kleinere Maßnahmen im Bahnverkehr für die Kommunen nicht mehr finanzierbar, da die Landesregierung Großprojekte wie die geplante Untertunnelung der Karlsruher Innenstadt stärker fördere. Viele Kommunen würden durch den neuen "Selbstbehalt" zum Beispiel beim Bau von neuen Bahnhöfen abgeschreckt.
Außerdem habe sich das Land "ohne Not" und zu lange vertraglich an die Deutsche Bahn gebunden und so die Vorteile des Wettbewerbs nicht genutzt. "Die Regierung gibt sich bis zum Jahr 2016 mit der Möglichkeit zufrieden, gerade bis zu 15 Prozent des Vertragsvolumens in den Wettbewerb einzubringen", kritisierte Palmer. "Das Land hat sich von der Bahn über den Tisch ziehen lassen." Die Vertragskonditionen erinnerten in vielen Punkten mehr an einen Knebelvertrag als an ein seriöses Abkommen. "Die Deutsche Bahn sitzt im Lokführerstand, während der Verkehrsminister als Heizer die Kohlen heranschaufelt."
Minister Müller betonte dagegen, die lange Laufzeit des Vertrages sei "ein Wert an sich, für die wir von der Bahn Investitionen in neue Züge im Umfang eines dreistelligen Millionenbetrages erreicht haben". Ein wesentlicher Teil der Verkehre werde noch während der Laufzeit des Vertrages aus diesem herausgelöst und neu vergeben.
Der Fahrgastverband "Pro Bahn" warnte ebenfalls vor den Folgen einseitiger Kürzungen beim öffentlichen Nahverkehr. Außerhalb großer Städte werde es keinen Zugang geben zu einem schnellen öffentlichen Verkehrsmittel, wenn nur noch der Status quo erhalten würde und zum Beispiel die Nord-Süd-Linie der Stadtbahn Heilbronn, die Württembergische Schwarzwaldbahn oder die Regio-Stadtbahn im Raum Tübingen/Reutlingen nicht gebaut würden.

QUELLE: lsw, PFORZHEIMER ZEITUNG...



17.März 2004: Heilbronner sind sauer auf die Bahn

Die Verlängerung der Heilbronner Stadtbahn nach Öhringen wird für die Region langsam zum Alptraum. Weil die Deutsche Bahn AG (DB) beim Netzausbau blockiert, verschiebt sich der Start erneut bis 2006.

Nicht nur der Obersulmer SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Gall ist stinksauer, auch Landräte und Kommunalpolitiker haben die Faxen langsam dicke. Nach der jüngsten Kostenexplosion kursieren schon wieder Horrormeldungen, dass sich die Verlängerung der Stadtbahn ins Weinsberger Tal nun bis 2006 verzögert. Der Grund: DB Netz als Eigentümerin der 28 Kilometer langen Strecke Heilbronn-Öhringen hat immer noch nicht über nötige Bauarbeiten für die Signal- und Sicherungstechnik entschieden. Nach Bahnangaben muss in dieser Frage der Vorstand in Frankfurt entscheiden - und der hatte bislang Wichtigeres zu tun.

Schwarze-Peter-Spiel

Dabei sollten die rot-gelben Züge der Karlsruher Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) eigentlich schon zum Jahreswechsel in Hohenlohe angekommen sein und der Region endlich einen modernen S-Bahnverkehr bescheren. “Die zeitliche Verzögerung stellt der Bahn ein schlechtes Zeugnis aus", sagt Gall. Was den Abgeordneten besonders erbost: “Die Kommunen haben ganz erhebliche Summen an Vorleistungen erbracht." So wurden bereits zusätzliche AVG-Triebwagen aus Steuermitteln der anliegenden Gemeinden bezahlt. “Diese fahren bereits im ganzen Stadtbahn-Netz", so Gall, “nur nicht bei uns."
Inzwischen hat ein munteres Schwarze-Peter-Spiel eingesetzt. Obwohl alle auf DB-Netz schimpfen, macht diese wiederum das Eisenbahn-Bundesamt für Verzögerungen und Kostensteigerungen verantwortlich. Weil auf der Strecke wie bisher auch normale DB-Züge fahren sollten, würden vom Amt hohe Sicherheitsstandards eingefordert. Das wiederum erbost AVG-Chef Dieter Ludwig und verweist auf das Beispiel Murgtalbahn: “Zwischen Rastatt und Freudenstadt haben wir in zweijähriger Bauzeit den elektrischen Stadtbahnbetrieb ermöglicht", sagt Ludwig. Dort führen heute Regionalzüge der DB genauso wie Güterzüge und Stadtbahnen der AVG.
Ludwig kann nicht verstehen, warum das auf der Öhringer Strecke nicht auch möglich sein sollte und dort plötzlich alles teurer und komplizierter sein müsste. “Wir haben im Murgtal sieben Tunnel saniert", stellt Ludwig wütend fest. Und die Bauarbeiten am einzigen Tunnel im Weinsberger Tal kosten unter DB Netz mehr als die sieben Tunnel im Schwarzwald zusammen. Das meiste davon müssten die Kommunen schultern. Dabei würde DB Netz in Zukunft durch die Stadtbahn jährlich bis zu fünf Millionen Euro an Benutzungsgebühren kassieren, sagt Ludwig. “Es ist so, als ob wir auf eigene Kosten das Haus sanierten, für das wir später teure Miete bezahlen."

Treffen mit Mehdorn gefordert

In einer konsertierten Aktion fordern die Betroffenen Kommunalpolitiker nun Bahnchef Mehdorn zum Gespräch. Sie befürchten, dass das Heilbronner Stadtbahnprojekt wegen des Unvermögens der DB an Akzeptanz in der Bevölkerung verliert. Die Fertigstellung der West-Ost-Achse Eppingen-Heilbronn-Öhringen ist außerdem Voraussetzung für die Inangriffnahme der ebenfalls geplanten Nord-Süd-Verbindungen. Alle politisch Verantwortlichen haben inzwischen klargemacht, dass sie keinerlei Vorleistungen mehr erbringen werden, bevor die DB nicht notwendige Verträge rechtsverbindlich unterschrieben hat. “Auf diese Weise blockiert die DB das Verkehrskonzept der ganzen Region", stellt Gall verärgert fest.
Ob sich Mehdorn allerdings auf ein Treffen mit den Kommunalpolitikern einlässt, bleibt fraglich. Und selbst wenn mal wieder eine Heilbronn-Delegation nach Frankfurt oder Berlin reist, auf das Ergebnis darf man gespannt sein. Schon einmal hatte Mehdorn den Heilbronnern persönlich versprochen, dass wichtige Grundstücksverhandlungen zwischen DB und Stadt Heilbronn endlich vorankommen. Auf ein Entgegenkommen der DB wartet man im Heilbronner Rathaus noch heute.

QUELLE: Michael Schwager, STUTTGARTER NACHRICHTEN...



9.Januar 2004: Wie hoch sind die Hürden für die neue Zabergäubahn?

Der Landkreis Heilbronn ist offenbar von seiner Vision nicht abgerückt, dass etwa im Jahr 2010 die Stadtbahn durch das Zabergäu fährt. Das hat zumindest der Leiter des Kreisplanungsamtes, Klaus-Jürgen Renelt, beim Stammtisch des Zabergäu-Vereins im "Ochsen" in Güglingen-Frauenzimmern erklärt.
Doch der Weg dahin wird steinig: Auf Kreis und Kommunen kämen Investitionen von wenigstens zehn Millionen Euro zu, meinte Renelt. Falls der südliche Ast des Heilbronner Stadtbahn-Konzepts von der Regionshauptstadt über Lauffen bis Zaberfeld verwirklicht werden soll, sind runde 30 Millionen Euro zu investieren.
Wenn alles gut geht, das Land also in die Finanzierung kräftig einsteigt, blieben an den Kommunen noch zehn Millionen hängen - dazu kämen noch die Kosten für das rollende Material und Betriebskosten.
"Das sind Dimensionen, über die wir intensiv nachdenken müssen" , sagte der Kreisplanungschef. Auch die Hoffnung, dem Bund Geld für die Zabergäu-Bahn aus dem Kreuz zu leiern, habe der Kreis noch nicht aufgegeben, versicherte Renelt auf eine entsprechende Frage aus der Zuhörerschaft. Die Chancen seien freilich nicht allzu groß, weil der Bund - wie er vor einem halben Jahr bekannt gab - seine 85-Prozent-Beteiligung auf Ballungsgebiete konzentriert.
Und da gehört das Zabertal seiner Ansicht nach nicht dazu. Jetzt richten sich die Hoffnungen der Verkehrsplaner darauf, dass das Land ebenfalls mit einer Beteiligung von 85 Prozent an den förderfähigen Kosten in die Bresche springt. Noch eine Hürde verhehlte Renelt nicht: Der Bund gibt den Betreibern von Bahnstrecken so genannte Regionalisierungsmittel für die Betriebskosten.
Der Maßstab sind allerdings die Fahrpläne der Jahre 1994/95. Zu jener Zeit aber fuhr zwischen Lauffen und Leonbronn kein Zug mehr, weil das Bähnle just damals offiziell stillgelegt worden war.
Klar gestellt hat der Kreisplanungschef: Wenn die Stadtbahn kommt, fährt sie höchstens bis Zaberfeld, nicht bis Leonbronn und schon gar nicht - wie vor über 100 Jahren mal geplant - in den Kraichgau nach Bretten. Und: Einen zur Schiene parallelen Busverkehr wird es dann nicht mehr geben.
Von den Haltepunkten werden dann nur noch Zubringerbusse in die Fläche verkehren. Mit dem bestehenden Bus- und Bahnverkehr im Zabergäu seien vie le Bewohner nicht so recht zufrieden, erklärte der Zabergäuvereins-Vorsitzende Tilman von der Kall. Für die Bewohner des Landstrichs habe sich die Verkehrssituation insbesondere deshalb verschlechtert, weil mit dem Fahrplanwechsel 2002/03 die meisten Halte des Regionalexpresses Würzburg-Stuttgart in Lauffen gestrichen worden seien.
Dadurch verlängere sich die Umsteigezeit in der Hölderlinstadt in 25 bis 50 Prozent der Fälle gravierend. In dieser Hinsicht für Besserung zu sorgen, sei gar nicht so einfach, erläuterten Renelt und der stellvertretende Leiter des Straßenverkehrsamtes, Helmut Nef, der für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) zuständig ist. Da die Fahrpläne vertaktet seien, ergäben sich als Konsequenz an den Punkten Würzburg und Stuttgart bestimmte Abfahrts- und Ankunftszeiten.
Ähnlich verhalte es sich mit Busanschlüssen am Heilbronner Busbahnhof. Dort die Abfahrtszeiten zu verlegen, um Zugfahrern Anschlüsse zu garantieren, könne bedeuten, dass andernorts ganze Schülergruppen länger auf den Bus warten müssten, sagte Nef.

QUELLE: Uwe Mundt, HEILBRONNER STIMME...






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