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Sprinter am Start...


Zabergäu wird benachteiligt...


Kostenschub und weitere Verzögerungen...


Weiterbau zum Pfühlpark...


Stadtbahnausbau in Gefahr...


Stadtbahn hat Verspätung...


Stadtbahnausbau nach Osten beginnt...


Bei Stadtbahn keine Abstriche...


Auf dem Papier fährt die Stadtbahn schon...







6.Dezember 2003: Stadtbahn gibt Gas

In 42 Minuten von Eppingen zum Karlsruher Hauptbahnhof, in 22 Minuten zum Hauptbahnhof Heilbronn. Zwei neue Rekordzeiten auf der Schiene. Der Kraichgau-Sprinter macht's möglich. In der neuen Fahrplanperiode, also ab 14. Dezember, fährt die Stadtbahn zweimal pro Tag, auch am Wochenende, mit ganz wenigen Halten in einer Stunde von der Käthchen- zur Fächerstadt. Unterwegs bedient der Zug nur Eppingen, Bretten und Durlach. In Karlsruhe fährt der Kraichgau-Sprinter auf den Bundesbahngleisen direkt und nicht über die Innenstadt zum Hauptbahnhof. In Heilbronn rollt die Stadtbahn ab dem Hauptbahnhof weiter durch die Kaiserstraße zur Harmonie.
Der erste Kraichgau-Sprinter startet morgens um 8.13 Uhr in Karlsruhe und ist um 8.53 Uhr in Eppingen. Um 9.15 Uhr erreicht er den Hauptbahnhof in Heilbronn, die Ankunft am Rathaus der Käthchenstadt ist drei Minuten später. In der Gegenrichtung fährt der Zug um 8.45 Uhr am Heilbronner Hauptbahnhof und um 9.04 Uhr in Eppingen ab. Ankunft in Karlsruhe am Hauptbahnhof ist um 9.46 Uhr. Dort bestehen gute Anschlüsse zum Fernverkehr der Bahn in Richtung Frankfurt /Berlin und nach Süden in Richtung Basel. Auch für die Rückfahrt vom Karlsruher Hauptbahnhof (ab 18.13 Uhr) sind die Übergänge ideal. Die Fernzüge kommen nämlich zur vollen Stunde in der badischen Metropole an. Am späten Nachmittag und frühen Abend fährt der Kraichgau-Sprinter in Eppingen um 17.04 Uhr nach Karlsruhe und um 18.53 Uhr nach Heilbronn ab. Zielgruppe des neuen Angebots sind neben Fern- und Geschäftsreisenden Berufstätige mit spätem Arbeitsbeginn sowie Besucher, die zum Einkaufen fahren, am Wochenende auch Ausflügler.

QUELLE: HEILBRONNER STIMME...



29.November 2003: Zabergäu wird bei Stadtbahn benachteiligt

Mit Unverständnis haben die Bürgermeister von Brackenheim, Cleebronn, Güglingen, Lauffen, Nordheim, Pfaffenhofen und Zaberfeld auf die Nachricht reagiert, dass das Land zu der Auffassung gekommen ist, der Stadtbahnbetrieb der Zabergäustrecke müsse alleine von den Kommunen und dem Landkreis finanziert werden (wir berichteten). In einem gemeinsamen Schreiben bitten sie deshalb den Heilbronner Landrat Klaus Czernuska, "sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass die unselige und nicht zu rechtfertigende unterschiedliche Behandlung der geplanten Stadtbahnstrecken unterbleibt".
Die Bürgermeister "können beim besten Willen nicht nachvollziehen ", weshalb der Nordast der Stadtbahn in das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes aufgenommen wurde, die Zabergäustrecke dagegen nicht. Voruntersuchungen hätten bewiesen, " dass das Zabergäu längst im Einzugsbereich der Ballungszentren Stuttgart/Ludwigsburg und Heilbronn liegt".
Die Argumente von Bund und Land, mit der sich diese "aus der finanziellen Verantwortung quasi verabschieden", bezeichnen die Verwaltungschefs als "fadenscheinig". Und "geradezu als Hohn" empfinden sie es, dass das Land die Stilllegung der Zabergäustrecke, die 1993 gegen den Willen der Kommunen durchgesetzt worden ist, nun als Anlass dafür nimmt, eine Beteiligung aus Regionalisierungsmitteln zu verweigern.

QUELLE: HEILBRONNER STIMME...



30.September 2003: Der Kostenschub bremst nun die Stadtbahn ab

Der Stadtbahnausbau von Heilbronn bis Öhringen wird mit 76,64 Millionen Euro wesentlich teurer als erwartet. Die Kreisräte im Verwaltungsausschuss des Landkreises Heilbronn waren nicht nur über die Erhöhung von 16,32 Millionen Euro verärgert, sondern auch über die Verzögerung. Erst im Juni 2005 soll der erste Stadtbahnwagen losfahren.

Der Statusbericht zur Stadtbahn ist nicht nur für Landrat Klaus Czernuska ein "wenig vergnüglicher Teil ". Gefasst verkündet er im Verwaltungsausschuss den Kostensprung: Unter dem Strich fallen 16,32 Millionen Euro mehr an für die Strecke, die Haltepunkte und die Planung seit der Vertragsunterzeichnung im Januar 2003. Allein der Anteil des Landkreises Heilbronn steigt um 800 000 Euro auf 7,8 Millionen Euro. Der Hohenlohekreis zahlt 6,02 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt verschlingt nun 106,8 Millionen. Zudem rechnet der Kreischef damit, dass "wir erst im Juni 2005 in Öhringen mit der Stadtbahn ankommen können". Der Grund: Für die Vergabe der Leit- und Sicherungstechnik fehlt noch der Vorstandsbeschluss der Deutschen Bahn (DB). Bernd Gruhn von der DB Netz AG in Karlsruhe ist zuversichtlich, "dass wir bis Ende des Jahres einen Beschluss haben". Zuvor müsse der Bund allerdings eine Sammelvereinbarung unterschreiben.
Unter diesen Vorzeichen hat Siegfried Lorenz von der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) einen schweren Stand. Nur mit Mühe kann Lorenz - er ist für die Infrastruktur der Stadtbahn zuständig - seine Verärgerung über die "kostentreibenden Konzernrichtlinien" der Bahn unterdrücken. Bei der Leit- und Sicherungstechnik (26 Millionen Euro) habe das Eisenbahnbundesamt (EBA) nur 30 Prozent statt der vorgeschlagenen 50 Prozent als "stadtbahnbedingt" akzeptiert. 6,85 Millionen Euro müssen die Kommunen und Landkreise deshalb mehr berappen. Auch bei der Unterführung im Bahnhof Öhringen (2,8 Millionen Euro) habe sich die DB ihrer " Finanzierungsverantwortung" entzogen, so Lorenz. Weitere Erhöhungen: Weinsberger Tunnel (500 000 Euro), Oberbau (2,6 Millionen), Haltepunkte (5,5 Millionen).
So müssen die Kommunen kräftig nachzahlen. Der Heilbronner Anteil steigt von 5,71 auf 5,92 Millionen Euro. Weinsberg wird mit 2,76 (bisher 2,53) Millionen Euro zur Kasse gebeten. Ellhofen überweist 1,1 (1,0) Millionen Euro, Obersulm gar 3,84 (3,2) Millionen Euro. Darin sind die Park- und Rideplätze gar nicht eingerechnet.
Die Kreisräte sind sauer. "Ärgerlich ist die Reduzierung der Quote der Bahn," sagt Hermann Eppler (FWV/FDP) aus Leingarten. Sie erweise sich als schwieriger Verhandlungspartner. Für die SPD spricht der Obersulmer Landtagsabgeordnete Reinhold Gall von "dramatischen Abweichungen bei Kosten und Terminen", welche die Kommunen belaste. Nicht nur die Bahn sei dafür verantwortlich, die AVG habe keine " realistischen Annahmen vorgelegt". Eppingens OB Erich Pretz (CDU) ist frustriert, wie die Bahn mit einem Federstrich alle Bemühungen auf kommunaler Ebene ad absurdum führe: "Eigentlich ist alles Makulatur, was wir machen." Und Armin Waldbüßer (Grüne) aus Obersulm sagt: "Wir können nicht immer draufsatteln. " Die DB diktiere Bedingungen.

KOMMENTAR: Die Stadtbahn gerät aus der Spur. Zwei Hiobsbotschaften treffen Kommunen und Landkreise bis ins Mark. Sie werden bei der Finanzierung ausgepresst wie eine Zitrone. Und der erste Stadtbahnwagen fährt voraussichtlich erst im Juni 2005 von Heilbronn nach Öhringen. Noch tief sitzt den Beteiligten der Schock vom Sommer 2002 in den Kochen. Um sage und schreibe 24 Millionen Euro verteuerte sich damals das Projekt, weil die Deutsche Bahn der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) falsche Berechnungszahlen geliefert hatte. Die Zeche wird nochmals um 16,3 Millionen Euro höher. Hauptgrund: Die Bahn übernimmt nur knapp ein Drittel der Leit- und Sicherungstechnik. Angesichts der dramatischen finanziellen Engpässe und notwendigen Rotstift-Aktionen müssen Kommunen und Landkreise weitere schmerzhafte Einschnitte machen.
Immer mehr erweist sich die Bahn, welche die Strecke gemeinsam mit der AVG betreibt, als Bremsklotz. Vertragsverhandlungen ziehen sich in die Länge. Absprachen stehen immer wieder auf dem Prüfstand. Notwendige Entscheidungen werden vertagt. So verzögert sich der Start erneut um ein Jahr. Angesichts dieser prekären Situation ist die schnelle Realisierung der geplanten Nord-Süd-Achse von Lauffen bis Bad Friedrichshall oder zur Landesgartenschau nach Bad Rappenau in sehr weite Ferne gerückt.

QUELLE: Joachim Kinzinger, HEILBRONNER STIMME...



10.September 2003: Stadtbahn-Macher lassen Dampf ab

Presslufthämmer markierten am Dienstag den Auftakt zur Fortführung der innerstädtischen Stadtbahnlinie bis zum Heilbronner Pfühlpark. Unüberhörbar waren dabei auch kritische Töne an der bremsenden Bahn AG sowie am Land, das mit Fördergeldern zu knausern droht.
Bereits im Laufe diese Jahres war die geplante, 1300 Meter lange Trasse zwischen Friedensplatz, Moltkestraße, Bismarckstraße und Jägerhausstraße von Leitungen befreit worden. Am Pfühlpark läuft noch der Bau einer Brücke, über die die Stadtbahn Ende 2004 auf die bestehende Bahnlinie einscheren wird. "Wir könnten eigentlich schon im Juli 2004 bis Öhringen fahren", gab Dr. Dieter Ludwig gestern zu verstehen, " doch die Bahn hat mal wieder für alle Lösungen die passenden Probleme entdeckt". Der Chef der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) spielte damit auf den Weinsberger Tunnel an, zu dessen derzeit reibungslos laufender Sanierung die Bahn und ihre Töchter zeitraubende formale Hürden aufgebaut hätten.
Eine weitere "Bremse für das bisherige Erfolgsprojekt" nannte Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach die Überlegungen des Landes Baden-Württemberg, bei der Förderung kürzer zu treten. Die derzeit diskutierte Reform des Gemeindefinanzierungsgesetzes (GVFG) sieht eine Förderkürzung von bisher 85 Prozent auf 75 Prozent vor. "Wir könnten dieses Vakuum finanziell nicht schultern", betonte der OB "auch im Namen von Landrat Klaus Czernuska".
Wie Ludwig sagte, sei die Finanzierung der Ost-West-Trasse gesichert, nicht aber die geplante Nord-Süd-Linie. Ludwig bemühe sich derzeit um eine Förderzusage des Bundes - der für Investitionen in dieser Größenordnung zuständig sei. Bis Rappenau und Gundelsheim werden rund 90 Millionen Euro, bis Lauffen und Zaberfeld 30 Millionen Euro benötigt. Die im Juli 2004 vollendete Heilbronner City-Querung kostet 58,6 Millionen Euro, Bund und Land steuern dazu 34,8 Millionen bei. 23,8 Millionen Euro muss die Stadt selbst finanzieren. Zudem beteiligt sie sich an den Abschnitten außerhalb der Stadt nach Eppingen mit 8,4 Millionen Euro und nach Öhringen mit 5,7 Millionen Euro. Die Landkreise Heilbronn und Hohenlohe und die Anliegerkommunen müssen zusammen 35,3 Millionen bereit stellen, Bund und Land 152,3 Millionen Euro. Insgesamt kostet die Ost-West-Trasse inklusive 24 Stadtbahn-Fahrzeugen 225,5 Millionen Euro.
"Die Menschen akzeptieren das Millionenprojekt", sagte Himmelsbach. Seit Einweihung der Trasse bis zur Harmonie im Juli 2001 stieg die Zahl der Fahrgäste an Werktagen von 2300 auf 6000. Sobald Mitte Dezember 2004 der Anschluss Öhringens geschafft ist, rechne man mit einer weiteren Verdoppelung auf dann 12 000 Fahrgäste.

QUELLE: Kilian Krauth, HEILBRONNER STIMME...



20.Mai 2003: Stadtbahnausbau gerät ins Wanken

Der weitere Ausbau der Stadtbahn ist gefährdet. Beim gestrigen " Verkehrsgespräch Region Heilbronn-Franken" kündigte Staatssekretär Stefan Mappus eine Kürzung der Zuschüsse aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zum Jahresende an.
Ungefährdet ist der Ausbau der Stadtbahn bis nach Öhringen im Jahre 2004, der vom Land aus GVFG-Mitteln mit 85 Prozent bezuschusst wird. Zumindest ein dickes Fragezeichen setzen die Landräte Klaus Czernuska (Heilbronn) und Helmut Jahn (Hohenlohekreis) hinter den weiteren Ausbau der Nord-Achse von Heilbronn nach Bad Friedrichshall und weiter in Richtung Sinsheim sowie den Ausbau der West-Ost-Achse von Öhringen nach Waldenburg, wenn eintrifft, was der baden-württembergische Verkehrs-Staatssekretär Stefan Mappus gestern prognostiziert hat.
Bei einem von den sechs CDU-Landtagsabgeordneten aus der Region organisierten Verkehrsgespräch in den Räumen der IHK Heilbronn-Franken kündigte Mappus "Überlegungen" an, den bei GVFG-Mitteln bisher gültigen Fördersatz von 85 Prozent nach unten zu korrigieren - eventuell auf 75 Prozent, um "Luft zu bekommen für andere Projekte". Wie Mappus ausdrücklich betonte, soll nicht der Gesamtzuschuss gekürzt, sondern nur anders verteilt werden. Noch sei keine Entscheidung gefallen, gleichwohl wagte Mappus die Prognose, dass sich der Prozentsatz ab Ende 2003 ändere.

KOMMENTAR: Große Gefahr

Früher, als alles besser war, löste der angekündigte Besuch eines Regierungsmitglieds die hoffnungsfrohe Frage aus, was der Besucher aus Stuttgart wohl mitbringe. Heute ist man schon froh, spottete Friedlinde Gurr-Hirsch gestern, wenn er nichts mitnimmt. In der Tat reiste der Staatssekretär im baden-württembergischen Verkehrsministerium ohne Gepäck an, um auf Nachfrage des Heilbronner Landrats Klaus Czernuska dann doch noch eine Botschaft aus der Tasche zu ziehen, deren Brisanz angesichts der vielen brisanten Verkehrsprobleme der Region fast unterging.
Eine breitere Streuung der Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz würde ermöglichen, dass künftig mehr Projekte gefördert werden. Gleichzeitig aber könnte es für einzelne Großprojekte der Todesstoß sein. Ein Musterbeispiel dafür ist die Stadtbahn, die nach der Einweihung der gesamten Ost-West-Achse Ende 2004 möglichst rasch von Heilbronn aus in Richtung Norden verlängert werden sollte. So sehr sich die Kommunen nach einem Stadtbahn-Anschluss sehnen, so sehr belastet ihr Anteil die geschrumpften Finanzen. Müsste ihr Anteil noch erhöht werden, könnte dies einzelne Gemeinden überfordern. Nicht wann, sondern ob das Stadtbahn-Netz weiter ausgebaut wird, ist die aktuelle Frage.

QUELLE: Gerd Kempf, HEILBRONNER STIMME...



2.Mai 2003: Die Stadtbahn hat Verspätung

"So kann man in der heutigen Zeit nicht arbeiten. So kann man nicht mit der Bevölkerung umgehen." Der Öhringer Oberbürgermeister Jochen K. Kübler ist stinksauer auf die Deutsche Bahn. Der Grund: neuerliche Verzögerungen beim Stadtbahnprojekt.
Die Stadtbahn Heilbronn wird voraussichtlich ein halbes Jahr später in Öhringen ankommen, als ursprünglich geplant: statt Mitte erst Ende 2004. Das war im Verwaltungsausschuss des Heilbronner Kreistages bekannt geworden. Laut Landrat Klaus Czernuska sind zwar alle elf Planfeststellungsverfahren eingeleitet, doch erwartet die Heilbronner Kreisbehörde zum Beispiel den Beschluss des Eisenbahnbundesamtes für die Sanierung des Weinsberger Tunnels erst in etwa acht Wochen. Die Phase der Vollsperrung ab Mitte Juni 2003, so Landrat Czernuska, wird sich deshalb von sechs auf neun Monate verlängern.
Czernuska hatte noch eine zweite schlechte Nachricht. Die noch nicht gesicherte Finanzierung der Leit- und Sicherungstechnik gefährde den Termin für den Start der Bahn nach Öhringen Mitte 2004 extrem. Für die Tunnelsanierung muss die Bahn drei Millionen Euro beisteuern, für die Leit- und Sicherungstechnik 12,5 Millionen Euro und 1,5 Millionen für die Unterführung in Öhringen. Die DB hat die erforderlichen Verträge noch nicht unterzeichnet.

QUELLE: rho/rom/uhe, HOHENLOHER ZEITUNG...



12.Maerz 2003: Stadtbahnausbau gen Osten beginnt

Zum Bau der Stadtbahn Heilbronn nach Öhringen und vor allem wegen der Sanierung des Eisenbahntunnels bei Weinsberg wird es erforderlich, den Zugverkehr auf dieser Strecke für ein halbes Jahr vollständig einzustellen. Das betonte der Heilbronner Landrat Klaus Czernuska vor dem Kreisverwaltungsausschuss.
Vom 16. Juni bis 13. Dezember wird die Strecke dann komplett gesperrt sein. Als wesentliche Gründe für die vollständige Einstellung des Zugbetriebs nannte Czernuska hohe Kosteneinsparungen bei den Baumaßnahmen, insbesondere deshalb, weil die Bauarbeiten wegen durchfahrender Züge nicht unterbrochen werden müssen.
Alle Busfahrten sind auf die in Öhringen ankommenden und abfahrenden Züge abgestimmt. Die Anschlüsse aus und in Richtung Stuttgart sind in Heilbronn gewährleistet, jedoch teilweise mit längeren Wartezeiten.
Jeder Regionalexpress (bisheriger Halt in Öhringen, Weinsberg und Heilbronn) wird stündlich durch einen Schnellbus mit Zwischenstopp in Weinsberg ersetzt. Die Schnellbusse werden ergänzt durch Busse mit Halt in allen Orten mit Bahnhöfen zwischen Öhringen und Heilbronn. Die Busse halten allerdings in der Regel in der Ortsmitte.
Diese Busse fahren mindestens im Zwei-Stundentakt. Sie werden während der Schülerbeförderungszeiten durch zusätzliche Busse oder Gelenkbusse ergänzt. Alle bisherigen Busfahrten nach dem derzeit gültigen Fahrplan werden auch während der Einstellung des Zugbetriebs wie bisher aufrecht erhalten.
Allerdings werden die Fahrzeiten mit dem Bus jene mit der Bahn deutlich überschreiten. Der Schnellbus zwischen Heilbronn und Öhringen benötigt bei einem Halt in Weinsberg 43 Minuten. Der Regionalexpress braucht derzeit rund 21 Minuten.

QUELLE: Rolf Muth, HEILBRONNER STIMME...



1.Maerz 2003: Bei Stadtbahn keine Abstriche

"Wir wollen mit der Stadtbahn keine halben Sachen machen", betont Heilbronns Finanzbürgermeisterin Margret Mergen. Wie die wohl im Juni 2004 fertige West-Ost-Linie will sie die Nord-Süd-Achse bis 2010 durchziehen - falls das Geld nicht ausgeht.
Laut einer aktuellen Umfrage der Stadtinitiative geben 80 Prozent der City-Besucher der Stadtbahn die Durchschnittsnote gut. "Eine deutlichere Sprache spricht die Abstimmung mit der Fahrkarte", so der Chef der Verkehrsbetriebe Tilo Elser: So haben sich die Fahrgastzahlen auf dem Abschnitt Eppingen-Heilbronn im Vergleich zu alten Deutsche-Bahn-Zeiten innerhalb von fünf Jahren auf heute drei Millionen pro Jahr verfünffacht. Allein zwischen Hauptbahnhof und Harmonie fahren täglich 6000 Personen, rechnet Stadtwerke-Chef Manfred Schmidt vor. Ab Juni 2004 sollen es fast doppelt so viele sein - dann hat die Ost-West-Linie Öhringen erreicht.
Forcieren wolle man mit entsprechenden Aktionen und Publikationen zusammen mit dem Heilbronner Verkehrsverbund (HNV) und dem Schwäbischen Albverein das Thema "Stadtbahn und Freizeit". Sympathiepunkte sammeln und Missstände abbauen helfen soll auch ein vernetztes Qualitätsmanagement. Aufklärung ist Trumpf: So biete man für Grundschulklassen eine Art "ÖPNV-Nachhilfe". Als "Vision " strebt Mergen nicht zuletzt die engere Kooperation mit Nachbarverbünden an.
Derweil läuft der Ausbau der innerstädtischen Trasse laut Alfred Krüger (Stadtwerke Heilbronn) und Andreas Berk (Tiefbauamt) nach Plan. Zwischen Friedensplatz und Kernerstraße sind die Leitungen verlegt, der Rest soll Ende März im Boden sein.
Anschließend wird parallel zum Pfühlpark mit dem Bau einer 100 Meter langen Rampe mit anschließender Brücke begonnen, über die die Stadtbahn einmal am Pfühlpark auf die bestehende Bahnlinie Richtung Weinsberg einschert. 9,8 Millionen Euro stecken die Stadtwerke 2003 und weitere 5,6 Millionen Euro 2004 in den Ausbau.
"Große Sympathie" genießt bei Mergen, "aber auch bei Landrat, Land und Bund", so glaubt sie, auch die Nord-Süd-Achse. "Ob wir sie uns aber schon ab 2010 leisten können", liege angesichts anhaltender Etat-Kapriolen "nicht in unseren Händen" . 33 Millionen Euro kostet die Südtrasse; sie läuft auf der bestehenden Bahnlinie bis Lauffen.
Auf 90 Millionen Euro wird die Nordtrasse geschätzt. Sie führt von der Allee über die Paulinenstraße, Sülmer Tor, Industriegebiet und schert am Neckarsulmer Bahnhof auf die DB-Gleise ein.

QUELLE: Kilian Krauth, HEILBRONNER STIMME...



29.Januar 2003: Auf dem Papier fährt die Stadtbahn schon

Das modernste Schienen-Nahverkehrsnetz des Landes wächst weiter. Im Sommer nächsten Jahres sollen die Zweisystemzüge aus Karlsruhe durch das Unterland bis nach Hohenlohe rollen - auch wenn das mehr kostet, als jemals geplant war.
Der Schock sitzt manchem Hohenloher Kommunalpolitiker noch in den Knochen. Vor einem Jahr sollte der geplante Aufbau der 28 Kilometer langen Stadtbahnstrecke zwischen Heilbronn und Öhringen etwa 60 Millionen Euro kosten. Heute wird - das Wagenmaterial inklusive - mit 90 Millionen gerechnet. Aber gestern wurde über Geld nicht mehr gesprochen: In Obersulm (Kreis Heilbronn) unterzeichneten die Vertreter der Landkreise Heilbronn und Hohenlohe sowie der Albtalverkehrsgesellschaft Karlsruhe (AVG) und der Deutschen Bahn AG die Verträge, die Deutschlands größtes Stadtbahnnetz noch größer machen werden.
Spätestens am 15. Juni 2004, so versprach der AVG-Geschäftsführer Dieter Ludwig, werde die erste Stadtbahn in den Haltepunkt Öhringen-Cappeln im Kreis Hohenlohe einfahren. Damit treibt der Erfinder des Karlsruher Nahverkehrssystems sein Lebenswerk weiter voran. Im Sommer 1991 fuhren die ersten Zweisystemzüge zwischen Karlsruhe und Pforzheim. Nächstes Jahr werden rund 200 Züge dieser Art über ein 650 Kilometer langes Schienennetz zwischen Schwarzwald und Hohenloher Ebene rollen. Bund, Land und Kommunen werden dann mehr als anderthalb Milliarden Euro in eine Bahn investiert haben, die sowohl Straßenbahnschienen als auch Bahngleise nutzen kann.
Die Verbindung zwischen Heilbronn und Öhringen wird die 18. Stadtbahnstrecke überhaupt sein. Angeschlossen sind mit insgesamt 18 Haltepunkten die Gemeinden Weinsberg, Ellhofen, Obersulm und Bretzfeld, in denen auch der Busverkehr an den Zwanzig-Minuten-Takt der AVG-Züge angepasst wird. Dass die kommunale Seite nach Abzug aller Zuschüsse noch etwa 30 Millionen Euro schultern muss, ist im Unterland kein Thema mehr. "Wir glauben an das Konzept Stadtbahn", sagte gestern der Heilbronner Landrat Klaus Czernuska. Auch sein Kollege Helmut Jahn aus Künzelsau betrachtet die geplante Trasse als "einmalige Chance für Hohenlohe", obwohl die anfänglichen Kostenschätzungen wegen Berechnungsfehlern der Bahn explodiert sind. Eine Fortsetzung bis Künzelsau scheidet wegen einer ungünstigen Kosten-Nutzen-Analyse zwar aus, aber eine Trasse nach Waldenburg ist laut Jahn "angedacht".
Irgendwann soll auch die so genannte Nord-Süd-Achse zwischen Neckarelz und Lauffen ausgebaut werden. Außerdem haben die Kommunen Bad Rappenau, Sinsheim und Zaberfeld großes Interesse an der Stadtbahn angemeldet. Der Zeitpunkt für den Bau dieser Strecken ist jedoch noch ungewiss. Die volkswirtschaftliche Bewertung für diese Trassen sei zwar "positiv", verlautete gestern in Obersulm. Aber realisiert werde das weitere Netz erst, "sobald die Fördermittel von Bund und Land fließen und die Kommunen ihre Eigenmittel aufbringen können".

QUELLE: Wieland Schmid, STUTTGARTER ZEITUNG...



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